Charakteristik: Farbe: Typisch für bourbon. Aroma: Mit 6-7 Jahren könnte man erwarten, daß er dem Jim Beam Black ähnlich ist. Weit gefehlt. Sehr verschieden. Erinnert etwas an den Bernheim wheat. Nussigkeit, Paranüsse, Haselnuß, so in der Art. Erinnert an Granola. Ein großen Mundgefühl und etwas trockener als die meisten bourbons. Und von allen Dingen auf der Welt hat er intensive Noten von - root beer in den Aromen. Ausbau: New charred American Whiteoak barrels. Besonderheit: 98° proof. Jim Beam Signature. Das kuriose an ihm ist, daß es in nur im travel retail gibt. Die Produktion ist so klein, daß er als "normaler" Beam schon in Kentucky alleine ruck zuck ausverkauft wäre. Was ist nun ein 6 grains straight bourbon? Das marketing blah blah macht das aus ihm: "Seventh generation family distiller Fred Noe celebrates the Craft of Jim Beam bourbon making with Signature, the first in a series of super premium small batch bourbons. Available in limited quantities, this secret family recipe features unconventional distillation techniques and grain combinations. Distilled from six unique grains, Signature is aged 6 years and delivered at 89 proof to give it a smooth and rich flavour. With nuances of caramel and vanilla, and a finish that is silky, warm, and pleasant it is best savored straight up."
Was steckt wirklich dahinter? Jedes Jahr im Herbst, bevor die eigentliche Wintersaison losgeht, nutzt Beam einige Tage für etwas zu dem unterm Jahr kaum Zeit ist. Hemmungsloses experimentieren. 6-10 Tage bekommt die Abteilung R&D, research&development freie Hand. Und sie haben meist eine lange Liste von Dingen, die sie ausprobieren möchten. Das geht schon Jahre so. Der Signature begann unter Jerry Dalton, als dieser noch Master Distiller war und Fred Noe und die anderen distillers hatten nur zu gern auch die Hand im Spiel. Dalton ging 2007 in Rente. Adam Graber aus dem Beam innovation team: "with Jerry being scientifically-minded, he was always interested in trying different small grains, more for basic learning than with the idea of developing new products." Die Umwandlungsraten in der mash, der erhaltene Alkoholgehalt bei verschiedenen Kombinationen, alles wurde sorgfältig dokumentiert. Das Experiment lief mit verschiedenen mash bills, Hefen, distillation proofs, entry proofs, woods, mit allem. Die Experimente fanden in Clermont in der Jim Beam Anlage statt, nicht in einer kleinen pilot distillery, obwol es dort eine gibt. "We're not set up for really small scale production but we can do it," said Graber. Ein typisches experimental batch hat ungefähr 40 barrels.
Was sind nun die six grains? Zuerst, natürlich corn, Mais mit mehr als 51% Anteil in der mash. Es ist schließlich ein bourbon. Zweitens und drittens, wie man es erwarten darf, enthält er die beiden anderen Standard Jim Beam bourbon grains, rye und malted barley. Viertens, natürlich und offensichtlich wheat, Weizen. Bei fünf und sechs wird es interessant. Number 5 ist triticale, ein Hybrid aus Weizen und Roggen, wheat and rye, der schon vor über 100 Jahren geschaffen wurde. Nummer 6 ist brown rice, unpolierter Naturreis. Fred Noe ist ist der eigentliche Schöpfer dieses Produkts, dem ersten in einer geplanten Serie.
Der Six Grains ist dabei eine Kombination von verschiedenen whiskeys, die diese grains in unterscheidlichen Anteilen enthalten und die verschmolzen wurden. Einige davon waren 7 Jahre alt. Alles bourbon, aber mit einem sehr hohen Anteil an small grains, ungefähr 30%, also mehr als doppelt so viel wie üblich. Es gab nie eine six grain mash. Es wurde eine bourbon mash mit wheat statt rye gemacht und destilliert. Dann eine mit brown rice statt rye und so weiter. Mr Graber sagt, der frische brown rice white dog sei ganz besonders ungewöhnlich gewesen. Alle mash bills wurden mit der standard Jim Beam yeast angesetzt. Heraus kamen ungefähr 4000 cases. 2000 cases davon gingen nach Europa, der Rest nach Australien und in andere Märkte, alles im Duty Free/Travel Retail. Viele dieser Experimente werden nie zu Abfüllungen. Wenn man alles aus ihnen gelernt hat, was man lernen konnte, werden sie blended away into other products. Aber es gibt wohl eine Menge von ihnen in der pipeline, das nächste soll sich um den Knob Creek drehen. Jim Beam wurde immer eine gewisse Innovationsfeindlichkeit vorgehalten, zu Unrecht, wie es scheint. Vielleicht ist das aber auch eine Reaktion auf die wachsende craft distilling Bewegung auch in den USA.
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